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Auslauf im Harem – Gerangel um den Sultan

Normalerweise ist im ganzen Orient der Harem an 365 Tagen im Jahr, 7 Tagen in der Woche und 24 Stunden am Tag ein hermetisch abgeschlossener und blickdichter Hühnerstall.

In der Oase Gayrut ist das aber anders. Der Sultan gesteht seinen hübschen, nahezu unberührten Hennen täglich eine Stunde Hofgang zum Zwecke gymnastischer Dehnungen und Streckungen zu. Und am Freitag, nach dem Gebet, dürfen Sie den Palast sogar verschleiert verlassen um beim Schuhmacher, beim Parfümeur, beim Melonenhändler und sonstigen Trödlern Besorgungen zu machen.

Eine kalkulierte Sache, denn der Sultan fordert als Gegenleistung eine Präsentation der Damen auf dem Laufsteg des Alhambra-Theaters. Sie findet am Freitag mit Einbruch der Dunkelheit um 21. 00 Uhr statt, und dient nicht nur der Erbauung des Herrschers, es sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Höhepunkt und Abschluss dieses Hennenrennens ist dann die Wahl der „Rose von Gayrut“. Wie es sich in absolutistischen Monarchien gehört wählt aber nur der Sultan; nämlich jene Dame, mit der er den Rest des Abends verbringen und die er dann zu später Märchenstunde in seinem Gemach in die Kissen seines Bettes führen möchte.

Gekauft wie besichtigt. Späterer Umtausch ausgeschlossen. Einer alten Hoftradition zufolge kann sich der Sultan bei Nichtgefallen der kompletten Ware aber auch freikaufen. Dabei hat er aber alle Kandidatinnen zu bedenken.

Habibi – am Brunnen vor dem Souk

HABIBI

Die Bar der kleinen und der großen Sünden


Habibi – Geliebter!

Hast Du Einen? Suchst Du Einen? Genügt Dir Einer nicht?
Bei uns kommen Sie alle zur Tränke, wenn Sie nach der harten, zehrenden Arbeit unter der Sonne von Gayrut ausgetrocknet und verschrumpelt wie eine getrocknete Dattel sind.

Mit einem großen Angebot an lokalen und überregionalen Getränken und Knabbereien – alle durch den Dattel-Großhandel der Beduinen (DGB) beschafft – kannst Du Dich den ganzen Tag bei uns erfrischen und Dir Kraft für die Nacht anfuttern.

Für den späten Hunger am Abend haben wir eine nordländische Spezialität aus der Pfalz für Dich:

Flammkuchen, den Du selbst belegst.

Egal was Du suchst, das Gespräch, die Liebe, ein Nachtquartier oder Speis‘ und Trank: der Wirt des Habibi und sein kleiner Flaschengeist lesen Dir die Wünsche von den Augen ab, und geben alles, um Dich zu befriedigen.
Lass uns Dein Geliebter sein, denn auch wir lieben unsere Kundschaft.

Ob Du Dich einfach nur in unseren Gärten am Brunnen erfrischen willst, abends die Rampensau auf der kleinen hauseigenen Bühne spielst oder uns Deine Bauchtanzkünste vorführst:

Du bist uns jederzeit ein sehr willkommener Gast.

Bei Fragen, Anregungen oder künstlerischer Bewerbung wende Dich an den Wirt oder an des Wirtes Flaschengeist:

info@steffen-baumann.de    oder    matthiaskeime@googlemail.com

Habibi, Deine Nummer Eins am Brunnen!


Ein Gesandter aus dem Abendland

Alle zwei Jahre vermittelt der Landesjugendring des fernen Kleinstaats Baden-Württemberg  im Landtag tätige Abgeordnete (m/w) in schlecht bezahlte Ferienjobs. Sie besuchen dann Freizeitprojekte für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen, lassen sich zeigen, was da so geht und wo es klemmt, und nehmen Anregungen mit in ihre Abgeordnetentätigkeit.

In diesem Jahr macht sich der Jürgen Keck, der Landtagsabgeordnete der FDP, der den Wahlkreis Konstanz vertritt, auf den beschwerlichen Kamelritt in die Oase. Sofern kein Sandsturm die Karawane behindert wird Herr Keck am Mittwoch, den 31. August dieses Jahres Gast des Sultans sein.

Das Sekretariat des Palasts arbeitet bereits an einem zweistündigen Besuchsprogramm, das sowohl den Gästen der Oase, als auch dem Herrn Abgeordneten gerecht wird.

Schnell zur Oase mit w3w

„what 3 words“ ist eine App und eine Webseite, mit der man mittels dreier Wörter jeden beliebigen Punkt im weiten Orient lokalisieren, und eine Karawanenroute dorthin planen kann.

Die Wörter, die in unsere Oase führen findet ihr oben auf dem Bild. Wichtig ist die Reihenfolge der Wörter, und die Trennpunkte dazwischen.

In unserem Fall also täuschen.zelten.hübsch

Mehr Infos dazu: www.what3words.com

Beim Barte des Sultans: ein neuer Haremswächter!

Schon im vergangenen Jahr ließ der Sultan inkognito im ganzen Erdenkreis nach einem verlässlichen Haremswächter suchen, und führte einige Gespräche auf seinem Ottomanen (Projekt Julio). Doch von den angereisten Bewerbern kam keiner in die engere Wahl, gab es doch bei allen, die vorsprachen, Dinge zu bemäkeln. Zu dünn, zu alt, zu feminin, zu erregt beim Anblick der Haremsdamen, zu viel Geschnatter über Alkohol in den Oasen, zu sexy für den männlichen Hofstaat.

Nun lässt Sultan Ibrahim Al-Schdaini verkünden, auf wen seine Wahl nun in der zweiten Runde der Auswahlzeremonie gefallen ist.

Wir begrüßen Jonassir El Arafadschi. Seine Kindheit war hart. Er musste Kinderarbeit in einer oriantalischen Teppichmanufaktur leisten, organisierte dort dann aber im zarten Alter von 13 Jahren durch Schreien und Jammern einen Weberaufstand. Nur knapp entkam er der Hinrichtung wegen Aufwiegelung , seitdem ist er auf der Flucht vor den Häschern verschiedener Kalifen, Scheichs und anderer Despoten. Er verdingte sich bei Ali Baba und den 40 Räubern. Zuletzt wurde er von wohlgesonnenen Freunden bei Nacht und Nebel in einen Unterschlupf des „Dattel-Großhandel der Beduinen (DGB)“ verbracht.

Nun gibt ihm der Sultan eine verantwortungsvolle Anstellung nicht nur als Harmeswächter, sondern auch als oberster Kamelreiter, als Vorkoster der Palastküche und Bestäuber im Rosengarten.

Wir haben ihm zum Dienstantritt ein paar Fragen gestellt.

 

Zunächst einmal deine Basics, bitte …

Alter: 28

Größe: 176

Gewicht: etwas zu viel

Augenfarbe: graubraun

ethnischer Hintergrund: ein Gemisch aus dem hohen Norden und dem wilden Osten

Eunuch oder nicht? Nein

Wenn nein, dann:

Familienstand (inklusive der Anzahl vorhandener Gattinnen): eine Partnerin

Warum dieser Berufswunsch, Haremswächter zu werden?

Als Haremswächter ist es meine Aufgabe die Haremsdamen zu unterrichten und das Budget zu verwalten. Das ist eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit. Als Hüter der Kasse komme ich mit vielen Menschen ins Gespräch, die zum Beispiel Geld wechseln wollen.

Wenn Du die Seite wechseln könntest: beschreibe Dich als Haremsdame …

Wissbegierig, aufgeschlossen und reinlich

Kaffee oder Tee?

Mokka!

Trägst Du Deinen Lieblingskaftan lieber uni, oder mit Motiv, oder gar mit einer aufgedruckten Botschaft? Erläutere bitte …

Je nach Laune, manchmal mit, manchmal ohne Motiv. Botschaften auf dem Kaftan richten sich meist gegen Rassismus, Sexismus oder Homophobie oder bekunden die Begeisterung für einen Fußballverein.

Trägst Du Flip-Flops oder Sandalen, oder lieber keins von beidem?

Flip-Flops trage ich schon lieber…

Hast Du ein Lama bei Dir, wenn Du unterwegs bist, oder bevorzugst andere Haustiere, oder bist Du Tierallergiker?

Lamas gibt es bei mir bevorzugt auf dem Teller.

Ist Dein Aussehen ein Relikt aus Deiner Zeit bei den Taliban?

Wenn es etwas gibt, wofür man den Hipstern dankbar sein kann, dann dafür, dass sie die Gesichtsbehaarung entpolitisiert haben.

Was zeigen Deine Tätowierungen und wo finden wir sie?

Die gibt es nicht und wird es auch nicht geben.

Turban oder Fes?

Ich finde beides eher unpraktisch, lieber oben ohne.

Wie heiß darf es in deinem Leben maximal sein, damit Du Dich wohlfühlst?

unter 30°C

Welche Suren aus 1001 Nächten inspirierten Dich in Deinem Leben besonders?

Ganz sicher Aladdin, allerdings in der Version von Walt-Disney von 1992, der erste Kinobesuch meines Lebens.

Was ist so toll am Dattel-Großhandel der Beduinen (DGB)?

Der DGB versucht den Dattelhandel so gerecht und human wie möglich zu gestalten. Faire Arbeitsbedingungen und Handelsbeziehungen sollten zwar eigentlich selbstverständlich sein. Sie müssen aber erkämpft werden. Ein letzter Erfolg war zum Beispiel der Mindestlohn. Aber darüber können wir sicherlich in der Oase noch ausführlicher und gerne auch kontrovers diskutieren.

Wie hältst Du es mit Tabak, Alkohol und Schweinefleisch?

Ist alles haram! Aber ich bin ja nicht religiös 😉

Welchem Ziel willst in diesem Sommer näherkommen?

Es ist mein erstes Jahr als Haremswächter und auch meine erste Saison in der Oase und beim DGB. Ich habe mir daher zunächst keine großen Ziele gesteckt.

Gabriel Wolkenfeld liest in der Oase

Gabriel Wolkenfeld, Jahrgang 1985,  reist mit dem Maulesel an und liest in der Oase aus seinem Buch „Wir Propagandisten“, erschienen 2015 im Männerschwarm Verlag.

Gabriel Wolkenfeld wurde 1985 in Berlin geboren. Während und nach seinem Studium der Germanistik, Literaturwissenschaft und der russischen Sprache lebte er jeweils für etwa ein Jahr in Estland, Russland und der Ukraine. „Wir Propagandisten“ ist sein erster Roman.

(entnommen der Webseite des Männerschwarm Verlags)

In seinem Debütroman beschreibt er, geprägt von eigenen Besuchen, schwules Leben in Russland in seinen Grenzen, aber auch seinen Möglichkeiten.

Jekaterinburg, benannt nach Katharina der Ersten, liegt zu Füßen des Ural am östlichen Rand Europas. Dorthin reist im Jahr 2013 ein junger deutscher Slawist, um russische Studenten in deutscher Sprache und Kultur zu unterrichten.

Über soziale Netzwerke hat er im Vorfeld bereits einige Bekanntschaften geschlossen, und so holen ihn vier junge Männer vom Flughafen ab. In einer Welt, die auf kafkaeske Weise im 19. Jhdt. steckengeblieben zu sein scheint, ist der deutsche Gast eine echte Attraktion, doch jeder fragt ihn: Warum, um Gottes willen, kommst du freiwillig nach Russland? Erst recht als Schwuler – zu einer Zeit, als die Duma „homosexuelle Propaganda“ per Gesetz verbieten will?

„Wir Propagandisten“ erzählt, was dem deutschen Gast im Laufe eines Jahres in Russland widerfährt: Wolkenfeld fängt mit seinem sehr individuellen Tonfall die Atmosphäre und den Geruch einer Welt ein, die dem deutschen Leser weiter entfernt scheint als die 5000 Kilometer Luftlinie auf der Landkarte. Während seines Aufenthalts ist er ständig von einer Clique von Freunden umgeben, jungen Studenten, die noch bei ihren Eltern wohnen und nicht im Traum darauf kämen, sich öffentlich als schwul zu erkennen zu geben. Ihr Treffpunkt ist die Küche des deutschen Lehrers, wo Pelmeni köcheln und Wodka getrunken wird, oder sogenannte „Themenklubs“:

„Wir fahren in einen dunklen Hinterhof hinein. Weder Lichter noch Menschen, nicht einmal der Schatten einer Katze huscht vorüber. Hier, fragt der Fahrer verunsichert. Und Mitja drückt ihm einen Schein in die Hand. Wir laufen kahle Wände entlang, biegen, an den Toiletten vorbei, um die Ecke und betreten einen Raum, der eher einem Speicher als einer Bar ähnelt, grau und geräumig. Full house, staune ich. Die mit Samt bezogenen Galerien seitlich der Tanzfläche sind bis auf den letzten Platz besetzt.“

(entnommen der Webseite des Mannerschwarm Verlags)

Derwischtänze über Feuer und Glas, Nachtruhe auf Nägeln

Auch Carismo, einer der elf Zwölflingsbrüder des Sultans Hausfotografen, wird die Oase besuchen. Er reist aus Indien an,  dort wirkt er als Fakir.

Ihr, die Gäste des großherzigen Sultans, der weder Kosten noch Mühe scheut, werdet bei verschieden Séancen in die Geheimnisse des derwischgleichen Tanzens auf spitzen Glascherben, dem Laufen auf glühenden Kohlen und der Nachtruhe auf dem weltberühmten Nagelbett der Scheherazade eingeführt.

Sattelt das Kamel und auf, auf nach Gayrut!

Gern wird Gayrut als das geheime „Paris des Osten“ bezeichnet. Ein kleiner Hauch von Luxus, glamouröser Flair einer Modemetropole, der Geschmack und Geruch von Exotik und das Knistern von Erotik, all das umweht diese Stadt, hin und wieder gepaart mit einem Schwung heißem Wüstensands.

Sultan Ibrahim Al-Schdaini (ein ehemaliger Westernheld, der nun im Orient seine Berufung gefunden hat) lädt Euch alle ein, ihn inmitten seiner unermesslich großen Ländereien zwischen Istanbul und Oman, Marrakesh und Eschnapur, zu besuchen, und eine Woche in der sehr versteckt gelegenen Oase Gayrut zu verbringen. Die christliche Bibel kennt diesen Ort als Paradies, als Garten Eden.

Es gibt viel zu riechen und zu schmecken, zu sehen und zu hören, zu reden und zu schweigen. Zunächst einmal wird der Sultan eine Bildungskarawane mit Gesprächs-, Informations- und Kreativrunden zu höchst wichtigen Themen und Fragestellungen ausrichten (lassen).

Doch der Spaß bleibt nicht außen vor: ihr begegnet der Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe, besichtigt Kulturwunder, wie das Tatsch Mal, und ihr könnt Euch den Genüssen eines orientalischen Marktes hingeben. Aladin empfängt die Wunderschlampen, und im Süden der Oase liegt das Sündbad der Seefahrer. Nicht unerwähnt sollte dabei bleiben, das der Sultan extra für diese Woche die Wasserstelle der Oasa nachfüllen lässt, so dass sie bis zum Rand Wasser führen wird.

Der Sultan lässt diese Seite in regelmäßigen Abständen mit neuen Verlautbarungen und Informationen aktualisieren.

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