Kategorie: Programm

Die Ausflugskarawane zieht es ins Kloster

Am kommenden Donnerstag ist Ausflugstag. In der von 50 Kamelen gezogenen Luxuskutsche des Sultans reisen bis zu 40 Gäste nach Salem, um dort Kloster und Schloss zu erleben. Start ist um 9.45 Uhr an der Oase.

In Salem steht im ehemaligen Zisterzienserkloster und Schloss des Sultanats Baden eine Führung auf dem Programm. Danach besteht Gelegenheit, durch die Sonderaustellung „Perücke und Kostüm“ , die Irrgartenlabyrinthe, das historische Feuerwehrmuseum und weitere auf dem Gelände angesiedelte Attraktionen zu schlendern .

Um 13.45 Uhr zieht die Karawane weiter und landet in Meersburg. Gelegenheit einen Mokka zu trinken, bevor um 15.40 Uhr ein Schiff in See sticht. Nach der Anlandung in Konstanz vereinbart die Gruppe mit dem Organisator, dem Medicus des Sultans, ob sie noch in Konstanz verweilen, oder direkt den Orientexpress nach Markelfingen besteigen will.

Die Kosten für den Ausflug betragen € 17 bzw. € 12, je nach Alter und anderen Kriterien.

Dort wartet ein Abendessen vom Grill auf die Anhänger der Fleischeslust, aber auch für die Gaumen der Vegetarier ist bestens gesorgt.

Nach dem Monsun: Heissa, die Sonne lacht, und es heisst packen.

In weniger als einer Woche ist es soweit. Heiter gestimmt blickt der Sultan auf die Wetterprognosen für die Oasenwoche. Sonne pur, mit noch leichten Unwägbarkeiten.

Nun packe deinen Maulesel oder dein Kamel.

In der Wüste können frischere Abende und Nächte vorkommen. Denke bitte daher auch an wärmende Kleidung, einen Pullover und vielleicht eine Jacke. Bist Du arg verfroren ist eine Zusatzdecke von Vorteil, nicht immer findet sich ein passender Heizstab für die Nacht.

Am Tag, wenn die Sonne den Sand zum Glühen bringt, empfiehlt sich Sonnenschutz in Form von Lotionen mit hohem Lichtschutzfaktor, einem Turban oder einem Sonnenschirm zum Lustwandeln auf des Sultans Promenade.

Hilfreich kann nach dem Monsun für Dich, wenn Du erfahrungsgemäß eine hohe Attraktiviät bei Stechtieren hast, auch ein Anti-Mücken-Balsam sein. Zudem empfiehlt Dir der Sultan, dann ein Quartier auf der höher gelegenen Ebene der Oase ins Auge zu fassen.

Nicht für alles sind Flip-Flops, Sandalen und andere offene Latschen das geeignete Schuhwerk. Ein Paar geschlossene Schuhe bei kurzzeitigen Wetterunbillen oder Karawanenausflügen sind immer von Vorteil.

Es wird in diesem Jahr keinen vom Hofstaat angeleierten Gesangsabend geben. Das soll Dich aber nicht daran hindern, ein Musikinstrument mitzubringen, und gemeinsam mit anderen am Lagerfeuer, im Oasenmarkt oder bei Festivitäten zu musizieren.

Bälle für Volley-oder Fußball, sowie Spiele aller Art sind vorhanden und dürfen gerne genutzt werden. Darüber hinaus kannst Du gerne Dinge mitbringen, die zur gemeinschaftlichen Erbauung dienen können.

Wir bitten Dich, deine Kosmetikartikel nach deiner täglichen Waschung im Haman wieder in dein Quartier zu tragen. Zum Einen erleichtert dies die Putzarbeit im Etablissement, zum Anderen kann es nicht sein, dass das Sortiment von zehn Haremsdamen und -herren die gesamte Ablagefläche über den Waschbecken blockiert. Der Sultan erlaubt es ausdrücklich jedem, der einmal am Tag Platz für seine eigene Badetasche oder Zugang zu einer Steckdose benötigt, behindernden Krempel ins Regal vor die Tür des Hamans zu räumen. Suchet dann, so werdet ihr finden.

Die Tore der Oase öffnen am Montag, 29. August um 16.00 Uhr. Solltest Du früher ankommen, gestattet der Sultan die Deponierung deines Gepäcks auch vor dieser Zeit im Eingangsbereich. Auf den Einlass in die Oase musst allerdings vor den Toren bis zur vierten Stunde nach Nachmittags warten.

Wenn Du auf besondere Medikamente angewiesen bist (z.B. Dir Insulin spritzen musst) dann informiere den Sultan bitte gleich beim Einchecken. So können wir mit möglicherweise irritierten Teilnehmern angemessen umgehen.

Der Sultan und sein Haremswächter nehmen die elterliche Sorgfaltspflicht für Minderjährige wahr. Außerdem haben die beiden das Recht, bei groben Verstößen gegen die Campregeln Sanktionen bis hin zum Campausschluss auszusprechen.

Das leidige Thema Parken: es gibt nur vor der Bahnschranke der Orient-Express-Line Parkmöglichkeiten für dein Kamel. Bei der An-und Abreise kann zum Ausladen bis vor das Tor geritten werden, das Kamel musst Du danach aber sofort vor die Schranke parken. Die Parkplätze vor dem Tor sind ausnahmslos reserviert für den Medicus, den Haremswächter, den Großwesir und das Personal der Palastküche.

Reist Du mit dem Orient-Express (Engen <-> Singen <-> Markelfingen <-> Konstanz/Kreuzlingen) oder dem Überlandbus an, dann plane so, dass Du in der Zeitschiene 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr ankommst. Wir holen Dich gerne mit der Sultanskutsche vom Bahnhof Markelfingen ab, wenn Du uns unter 07533 – 5776 anrufst und Deine Ankunftszeit mitteilst. In Konstanz, Singen und Engen gibt es Möglichkeiten vom Fernbus auf den Orient-Express umsteigen. Da es in Konstanz alleine mindestens drei Fernbushaltestellen gibt mag es sein, dass Du nicht in unmittelbarer Nähe der Bahn ankommst, und vielleicht noch einen Stadtbus (im Verkehrsverbund, dort einen Fahrschein bis Markelfingen kaufen) in Anspruch nehmen musst. Auch in Singen und Engen liegen die Bushaltestellen nicht direkt am Bahnhof. Bitte prüfe deshalb vorher unbedingt Deine Verbindungen.

Navigation zur Oase:

Navi oder Routenplaner: (Am) Schlafbach 8, 78479 Reichenau

mit der w3w-App: täuschen.zelten.hübsch

 

 

Teilnehmerangebot: Entspannungsreise

Ich nehme dich mit auf eine Reise ins unbekannte, fernab vom Alltagsstress und auch weit weg von unserer Oase in Gayrut, dorthin, wo du dich zur Gänze wohl fühlst und treiben lassen kannst. Lass dich überraschen, wem du auf dieser Reise begegnest, was du siehst und nimm alles bewusst wahr, was du erlebst – nichts geschieht umsonst!

Die Ganze Reise wird so UNanstrengend so wie DU es zulässt! Nicht der Verstand und das Denken stehen im Vordergrund, sondern das Fühlen und Erleben – sich treiben lassen, seiner Phantasie freien Lauf lassen! Ich werde dich gekonnt und behutsam an diesen Ort begleiten und auch sicher und geborgen wieder zurückholen.

Mehr sei an dieser Stelle nicht gesagt und dein Interesse genug geweckt, um mir diese eine oder zwei Stunden deiner Freien Zeit zu schenken.

Ich freue mich über eine rege Teilnahme, dein Mathias

 

Mathias ist Neuteilnehmer und kommt aus Österreich. Der genaue Termin des Angebots steht noch nicht fest.

Die Türken vor Wien? Die Österreicher vor Gayrut!

In den vergangenen Jahren haben immer mehr Österreicher die Angebote des Dattel-Großhandels der Beduinen (DGB) mit großer Freude angenommen. Sultan und Haremswächter haben daher die Gelegenheit genutzt, Gespräche geführt und die Alpenrepublik eingeladen, eine offizielle Delegation in die Oase zu senden.

Wir freuen uns, dass dieses Angebot genutzt wurde. Der Leiter der Delegation ist allerdings keine eingeborene Gams, sondern wahlösterreichischer Piefke: Peter F. wird die Karawane über den Balkan in die Oase führen, und bei den täglichen Sitzungen des Sultans mit seinem Hofstaat vertreten. Ein herzliches Willkommen!

Der Sultan bedankt sich auch für das Engagament der Gruppe, durch die Vorbereitung in Wien kommt der Besuch des Literaten Gabriel Wolkenfeld zustande. Mehr hier: Gabriel Wolkenfeld liest in der Oase

Tagesstruktur und einige Regeln der Oase

Vorab:

Auch wenn wir Sonne pur bestellt haben empfehlen wir Dir Kleidung sowohl für warme Tage wie auch etwas kühlere Nächte, auch ein Regenschutz und ein Schirm kann von Vorteil sein, wir sind in einem El-Nino-Jahr, da macht das Wetter was es will.

Für die Nacht benötigst Du einen Schlafsack, oder nach Belieben auch mitgebrachte Kopfkissen, Bettdecke, Bettwäsche, Kuscheltiere. Da Du in festen Bettgestellen mit Matratzen nächtigen wirst sind Luftmatratze oder Isomatte entbehrlich. In geringem Umfang sind beim Haremswächter auch Decken (Marke JuHe) erhältlich. Er erhebt aber einen Betrag von 6 € pro Decke, der die Waschkosten deckt.

Im Teilnahmebeitrag enthalten sind drei Mahlzeiten je Tag, sowie Kaffee und Kuchen für jene, die am Mokkaklatsch teilnehmen. Getränke am Automaten und in der Bar Habibi geben wir zu moderaten Preisen ab. Außerdem halten wir wieder Tees bereit, hier vertrauen wir auf Deine eigene Einschätzung und bitten Dich, zu geben, was es Dir wert ist.

Bringe Dinge mit, von denen Du glaubst, dass Du mit Ihnen das Gemeinschaftsleben in der Oase bereichern kannst. Deine Haustiere sind dabei nicht erlaubt.

Bitte gehe verantwortlich und rücksichtsvoll mit Fotografien und Videos um. Frage Menschen um Erlaubnis bevor Du sie knipst. Veröffentliche bitte keine Fotos und Videos ohne ausdrückliche Erlaubnis der abgebildeten Personen im Internet oder sonstwo.

Du kannst in der Oase Mäuse fangen, Hasen jagen, Dromedare melken und Tiger erlegen, aber lass bitte die Finger von Pokemons. Wir wollen diese Biester in unserer Oase nicht sehen, und sie auch nicht anlocken.

Wir dulden keinen harten Alkohol und keine Drogen nach Maßgabe des Betäubungsmittelgesetzes.

Anreise und Eröffnungsabend:

ab 16.00 Uhr: Das Tor zur Oase wird geöffnet, die ersten Kamele können hereingeführt werden. Die hilfreichen, guten Dschinns des Sultans nehmen Dich in Empfang und zeigen Dir die wichtigsten Orte in der Oase.

18.00 Uhr bis 18.30 Uhr: Abendessen

gegen 19.30 Uhr: Rundgang durch die Oase mit Vorstellung einiger Angebote des Palastes

im Anschluss: der bunte Eröffnungsabend

Essenszeiten:

08.00 Uhr bis 09.00 Uhr : Frühstück

12.30 Uhr bis 13.00 Uhr: Mittagessen (nicht am Donnerstag, da gibt es kalte Verpflegung)

18.00 Uhr bis 18.30 Uhr: Abendessen (am Donnerstag abgestimmt auf die Rückkehr der Ausflugskarawane)

Workshopzeiten:

täglich ab 10.00 Uhr: ganztägig Zeitung, Fotografie, Harem, Eunuchengesang, Textilwerkstatt, Feuer- und Scherbenlauf (nur DI und MI), ggf. auch Video. Wenn sich eine kleine Gruppe zusammenfindet wird Kara Ben Wolle auch ein Angebot in Urban Sketching machen.

Thematische Angebote:

10.00 Uhr bis 10.45 Uhr: Wo stehst Du, wo willst Du hin? (nur am Dienstag)

11.00 Uhr bis 12.30 Uhr (DI, MI, FR, ggf. auch SA)

14.00 Uhr bis 15.30 Uhr (DI, MI, FR, ggf. auch SA)

15.30 Uhr bis 16.30 Uhr: Mokkaklatsch mit dem Haremswächter zu einem aktuellen gesellschaftspolitischen Thema (DI, MI, FR)

16.30 Uhr bis 18.00 Uhr (DI, MI, FR)

19.00 Uhr bis 20.30 Uhr (DI, MI, FR)

Wie in jedem Jahr werden wir die Themen „Coming-Out“ , „Gewerkschaft“, „Safer Sex“, „HIV“, „schwule Gesundheit“ fest einplanen, und mit Themen aus unserem Fundus („Schwul Altern“, „Kommunikation“, „Recht am Arbeitsplatz“, „Fetischismus“ und „SM“, …) umrahmen. Neu in diesem Jahr wird ein Angebot zu „Religion und Kirchen“ sein, und das Thema „Migration und Flüchtlinge“ werden wir ebenfalls einbinden.

Zusätzlich bieten wir Raum für Teilnehmerangebote, in diesem Jahr bis dato eine „Phantasie- und Entspannungsreise“, sowie die im letzten Jahr schon einmal durchgeführte Gesprächsrunde zu „Depression, Burnout, Angst“, die von Betroffenen gestaltet wird, und für Betroffene, Angehörige von Betroffenen und Interessierte offen ist.

Willst Du noch ein Teilnehmerangebot lancieren? Dann wende sich bitte per Mail an Kara Ben unter Wolle wollestuttgart@aol.com.

Das detaillierte Programm legen der Sultan und seine Berater erst kurzfristig fest.

Ausflug:

Donnerstag ist optionaler Karawanentag, offizielles Programm in der Oase gibt es tagsüber nicht. Die Karawanenroute ist derzeit in Planung, sobald wir genaues wissen informieren wir.  Der Ausflug ist nicht im Teilnahmebeitrag enthalten. Wir bemühen uns, die Kosten unter 20 € zu halten.

Abendgestaltung:

Die „Bar Habibi“ ist ganztägig geöffnet. Ab 23.00 Uhr wird dort das tagsüber und abends herrschende Rauchverbot aufgehoben. Ebenso ab etwa 23 Uhr betrieben ist die Lounge “ Taj Mal? Qaj mal!“ die zum Abhängen bei chilliger Musik und anspruchsvollen Gesprächen einlädt.

Es ist erwünscht, dass sich die Besucher selbst um die Abendgestaltung (Filmabend, Feste, etc.) kümmern.

Am Mittwochabend wird es eine kleine – nicht abendfüllende – Workshopspräsentation im Feuer- und Scherbenlaufen geben.

Bereits angemeldet ist für Freitag um 21.00 Uhr das Schaulaufen der Haremsdamen.

Am Samstag findet um 21.00 Uhr der Abschlussabend mit Präsentationen aus den Workshops statt.

Eine Übersicht über Erlaubtes und Verbotenes in den einzelnen Campbereichen:

Nochmals: Grundsätzlich verboten sind harter Alkohol und Drogen gemäß Betäubungsmittelgesetz.

BAR HABIBI YENADZE Moschee des blauen Dunstes TAJ MAL? QAJ MAL! Lounge Alhambra-Theater WO MAN ISST UND ARBEITET Zelte des Schlafs
Handy-, Tablet-, und Smartphonerei Ja Nein Nein (1) Nach Absprache unerwünscht Ja
Zugang mit Schuhen Ja Ja Nein (1) Ja Ja Ja
Rauchen Ab 23.00 Uhr bis in den frühen Morgen Erlaubt ab 09.00 Uhr bis Betriebs-schluss Nein Nein Indoor: Nein, Outdoor: wir schildern Nicht-raucher-tische aus, bei Outdoor-Talks nach Absprache NEIN!!!!!
Zugang mit Getränken Ja Ja Nein (1) Ja Ja, aber (3) Ja
Tatscherei und mehr Ja Ja Eher unerwünscht (wenn es zu dolle wird) Nur während des Abschluss-abends Kann sein, muss aber nicht überall sein, oder? Ja

(1)

Im Vorzelt der Lounge stehen Ablagemöglichkeiten für Schuhe und Getränke, sowie Lade- und Schlafkörbchen für Handys, Smartphones und Tablets bereit (Nutzung auf eigene Gefahr, wir übernehmen keine Haftung bei Verlust)

(2)

Das Yenadze schließt für gewöhnlich in der tiefen Nacht (manchmal um Mitternacht, manchmal auch erst um 03.00). Sobald die Türen geschlossen sind, ist Besuch unerwünscht, da Kara Ben Wolles Gemach sich dort anschließt.

(3)

Der Zugang mit Gläsern und Glasflaschen zu den Duschen und Toiletten ist wegen Verletzungsgefahr absolut untersagt!

 

Auslauf im Harem – Gerangel um den Sultan

Normalerweise ist im ganzen Orient der Harem an 365 Tagen im Jahr, 7 Tagen in der Woche und 24 Stunden am Tag ein hermetisch abgeschlossener und blickdichter Hühnerstall.

In der Oase Gayrut ist das aber anders. Der Sultan gesteht seinen hübschen, nahezu unberührten Hennen täglich eine Stunde Hofgang zum Zwecke gymnastischer Dehnungen und Streckungen zu. Und am Freitag, nach dem Gebet, dürfen Sie den Palast sogar verschleiert verlassen um beim Schuhmacher, beim Parfümeur, beim Melonenhändler und sonstigen Trödlern Besorgungen zu machen.

Eine kalkulierte Sache, denn der Sultan fordert als Gegenleistung eine Präsentation der Damen auf dem Laufsteg des Alhambra-Theaters. Sie findet am Freitag mit Einbruch der Dunkelheit um 21. 00 Uhr statt, und dient nicht nur der Erbauung des Herrschers, es sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Höhepunkt und Abschluss dieses Hennenrennens ist dann die Wahl der „Rose von Gayrut“. Wie es sich in absolutistischen Monarchien gehört wählt aber nur der Sultan; nämlich jene Dame, mit der er den Rest des Abends verbringen und die er dann zu später Märchenstunde in seinem Gemach in die Kissen seines Bettes führen möchte.

Gekauft wie besichtigt. Späterer Umtausch ausgeschlossen. Einer alten Hoftradition zufolge kann sich der Sultan bei Nichtgefallen der kompletten Ware aber auch freikaufen. Dabei hat er aber alle Kandidatinnen zu bedenken.

Ein Gesandter aus dem Abendland

Alle zwei Jahre vermittelt der Landesjugendring des fernen Kleinstaats Baden-Württemberg  im Landtag tätige Abgeordnete (m/w) in schlecht bezahlte Ferienjobs. Sie besuchen dann Freizeitprojekte für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen, lassen sich zeigen, was da so geht und wo es klemmt, und nehmen Anregungen mit in ihre Abgeordnetentätigkeit.

In diesem Jahr macht sich der Jürgen Keck, der Landtagsabgeordnete der FDP, der den Wahlkreis Konstanz vertritt, auf den beschwerlichen Kamelritt in die Oase. Sofern kein Sandsturm die Karawane behindert wird Herr Keck am Mittwoch, den 31. August dieses Jahres Gast des Sultans sein.

Das Sekretariat des Palasts arbeitet bereits an einem zweistündigen Besuchsprogramm, das sowohl den Gästen der Oase, als auch dem Herrn Abgeordneten gerecht wird.

Gabriel Wolkenfeld liest in der Oase

Gabriel Wolkenfeld, Jahrgang 1985,  reist mit dem Maulesel an und liest in der Oase aus seinem Buch „Wir Propagandisten“, erschienen 2015 im Männerschwarm Verlag.

Gabriel Wolkenfeld wurde 1985 in Berlin geboren. Während und nach seinem Studium der Germanistik, Literaturwissenschaft und der russischen Sprache lebte er jeweils für etwa ein Jahr in Estland, Russland und der Ukraine. „Wir Propagandisten“ ist sein erster Roman.

(entnommen der Webseite des Männerschwarm Verlags)

In seinem Debütroman beschreibt er, geprägt von eigenen Besuchen, schwules Leben in Russland in seinen Grenzen, aber auch seinen Möglichkeiten.

Jekaterinburg, benannt nach Katharina der Ersten, liegt zu Füßen des Ural am östlichen Rand Europas. Dorthin reist im Jahr 2013 ein junger deutscher Slawist, um russische Studenten in deutscher Sprache und Kultur zu unterrichten.

Über soziale Netzwerke hat er im Vorfeld bereits einige Bekanntschaften geschlossen, und so holen ihn vier junge Männer vom Flughafen ab. In einer Welt, die auf kafkaeske Weise im 19. Jhdt. steckengeblieben zu sein scheint, ist der deutsche Gast eine echte Attraktion, doch jeder fragt ihn: Warum, um Gottes willen, kommst du freiwillig nach Russland? Erst recht als Schwuler – zu einer Zeit, als die Duma „homosexuelle Propaganda“ per Gesetz verbieten will?

„Wir Propagandisten“ erzählt, was dem deutschen Gast im Laufe eines Jahres in Russland widerfährt: Wolkenfeld fängt mit seinem sehr individuellen Tonfall die Atmosphäre und den Geruch einer Welt ein, die dem deutschen Leser weiter entfernt scheint als die 5000 Kilometer Luftlinie auf der Landkarte. Während seines Aufenthalts ist er ständig von einer Clique von Freunden umgeben, jungen Studenten, die noch bei ihren Eltern wohnen und nicht im Traum darauf kämen, sich öffentlich als schwul zu erkennen zu geben. Ihr Treffpunkt ist die Küche des deutschen Lehrers, wo Pelmeni köcheln und Wodka getrunken wird, oder sogenannte „Themenklubs“:

„Wir fahren in einen dunklen Hinterhof hinein. Weder Lichter noch Menschen, nicht einmal der Schatten einer Katze huscht vorüber. Hier, fragt der Fahrer verunsichert. Und Mitja drückt ihm einen Schein in die Hand. Wir laufen kahle Wände entlang, biegen, an den Toiletten vorbei, um die Ecke und betreten einen Raum, der eher einem Speicher als einer Bar ähnelt, grau und geräumig. Full house, staune ich. Die mit Samt bezogenen Galerien seitlich der Tanzfläche sind bis auf den letzten Platz besetzt.“

(entnommen der Webseite des Mannerschwarm Verlags)

Derwischtänze über Feuer und Glas, Nachtruhe auf Nägeln

Auch Carismo, einer der elf Zwölflingsbrüder des Sultans Hausfotografen, wird die Oase besuchen. Er reist aus Indien an,  dort wirkt er als Fakir.

Ihr, die Gäste des großherzigen Sultans, der weder Kosten noch Mühe scheut, werdet bei verschieden Séancen in die Geheimnisse des derwischgleichen Tanzens auf spitzen Glascherben, dem Laufen auf glühenden Kohlen und der Nachtruhe auf dem weltberühmten Nagelbett der Scheherazade eingeführt.

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