Auslauf im Harem – Gerangel um den Sultan

Normalerweise ist im ganzen Orient der Harem an 365 Tagen im Jahr, 7 Tagen in der Woche und 24 Stunden am Tag ein hermetisch abgeschlossener und blickdichter Hühnerstall.

In der Oase Gayrut ist das aber anders. Der Sultan gesteht seinen hübschen, nahezu unberührten Hennen täglich eine Stunde Hofgang zum Zwecke gymnastischer Dehnungen und Streckungen zu. Und am Freitag, nach dem Gebet, dürfen Sie den Palast sogar verschleiert verlassen um beim Schuhmacher, beim Parfümeur, beim Melonenhändler und sonstigen Trödlern Besorgungen zu machen.

Eine kalkulierte Sache, denn der Sultan fordert als Gegenleistung eine Präsentation der Damen auf dem Laufsteg des Alhambra-Theaters. Sie findet am Freitag mit Einbruch der Dunkelheit um 21. 00 Uhr statt, und dient nicht nur der Erbauung des Herrschers, es sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Höhepunkt und Abschluss dieses Hennenrennens ist dann die Wahl der „Rose von Gayrut“. Wie es sich in absolutistischen Monarchien gehört wählt aber nur der Sultan; nämlich jene Dame, mit der er den Rest des Abends verbringen und die er dann zu später Märchenstunde in seinem Gemach in die Kissen seines Bettes führen möchte.

Gekauft wie besichtigt. Späterer Umtausch ausgeschlossen. Einer alten Hoftradition zufolge kann sich der Sultan bei Nichtgefallen der kompletten Ware aber auch freikaufen. Dabei hat er aber alle Kandidatinnen zu bedenken.

2 Kommentare

  1. Team Dorle <3

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

© 2019 Zauber des Orients

Theme von Anders NorénHoch ↑